SSG Teutoburger Wald e.V.

Ein Rückblick 1967 bis 1992 (Ausschnitte aus der Chronik 25 Jahre Röwekamp)

So paradox das klingt: Neben dem Bestreben, jungen, talentierten Sportschützen eine sportliche Heimat zu geben, in der sie in der Gemeinschaft mit Spitzenschützen anderer Heimatvereine die Qualifikation über die Landesmeisterschaften zur Deutschen Meisterschaft erreichen konnten, gaben finanzielle Probleme den Anstoss zur Gründung der Schieß- und Sportgemeinschaft Röwekamp.

Schon Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die Jundschützen aus dem Schützenkreis Iburg grosse Erfolge einheimsten, zeigten sich nach weiten Reisen zu Wettkämpfen immer neue Sorgenfalten auf der Stirn des betroffenen Vereinskassierers. Schiesssportliche Erfolge wurden auch damals schon teuer erkauft! So kostete der zweite Platz der Natrup-Hilteraner Jugendmannschaft beim Deutschen Jugendbestenschiessen in Stuttgart den Verein stolze 800 DM. Bei 6 DM Jahresmitgliedsbeitrag kein Pappenstiel.

Freilich waren es nicht allein die Finanznöte, die in jenen Tagen den auf Jugend, Sport, Heimat und Tradition eingeschworenen Präsidenten des Schützenkreises Iburg, Werner Meyer zu Erpen, zum intensiven Nachdenken anregten. Er wusste um die Einsamkeit der Talente, die in ihrem Verein zwar schiesssportliche Hochleistungen erbrachten, doch aufgrund der Tatsache, dass sie dort auf sich allein gestellt waren, über Bezirks- und Landesmeisterschaft nicht hinaus kamen.

Man weiss aus dieser Zeit, dass der später leider viel zu früh verstorbene Werner Meyer zu Erpen unendlich viele Gespräche mit Vorsitzenden und Sportleitern der Mitgliedsvereine des Schützenkreises führte. Unermüdlich war er mit seinem Gedanken, die talentierten Sportschützen in einer Gemeinschaft zusammenzufassen - doch nicht überall in den Vereinen traf er mit seiner Idee auf Gegenliebe. Zu sehr sahen einige durch ihre Vereinsbrille.

Die Mehrheit freilich stellt sich auf die Seite des Kreispräsidenten, der mit dem geplanten Zusammenschluss als erstes die "Förderung der Schiesssportjugend auf sportlichem und kulturellem Gebiet" verfolgte, wie es später in der ersten Satzung heissen sollte.

Werner Meyer zu Erpen

Gründung und erste Erfolge

So kam es am 14. April 1967 zur Gründung der "Schieß- und Sportgemeinschaft Röwekamp". 46 Anwesende trugen sich spontan als Mitglieder ein und wählten aus ihren Reihen den Vorstand. Erster Vorsitzender wurde Werner Meyer zu Erpen (SV Erpen-Timmern); 2. Vorsitzende Siegfried Olberding (SV Dissen) und Hans Lummer (SV Nolle); 1. Schriftführer wurde Willi Temme (SV Aschen); 2. Schriftführer Werner Lindhorst (SV Westbarthausen-Kleekamp); 1. Kassierer Bernd Behnen (BSV Bad Laer); 2. Kassierer Willi Strothmann (SV Aschen); 1. Sportleiter Walter Nollmann (SV Natrup-Hilter); 2. Sportleiter Achim Köpp (SV Dissen).

Das Grüngungstreffen fand im Waldgasthaus Röwekamp statt. Deshalb gab sich die neue SSG den Namen "Röwekamp".

Die Gründungssatzung der SSG Röwekamp sollte bald Modellfunktion erhalten, denn sie - und damit das Modell der Schiesssportgemeinschaft - fand überall in Deutschland Nachahmer.

Kaum hatte die SSG Röwekamp unter Anleitung des B-Lizenztrainers und Aktiven Walter Nollmann ihre Arbeit mit Waldlauf, Gymnastik, trockenem und scharfen Training mit dem Gewehr aufgenommen, erwies sich der Zusammenschluss als Glückstreffer: Hans Lindhorst kam von den Titelkämpfen in Wiesbaden als Deutscher Juniorenmeister im Olympisch Match (KK Liegend) zurück, gemeinsam mit Bernhard Wingenfeld und Rolf Lippold holte er in der gleichen Disziplin Bronze in der Mannschaftswertung. Ein stolzer Erfolg, der viel Beachtung in der Öffentlichkeit fand.

.. und hier sollte demnächst ein Bild von Walter Nollmann und / oder der damaligen Mannschaft zu sehen sein. Wer kann entsprechend aushelfen?
 

 

1968 - das zweite Jahr

Im Jahr darauf machten die gleichen Schützen das wahr, was niemand zu hoffen wagte: bei den Deutschen Meisterschaften erklommen sie das Silbertreppchen - wieder in der Disziplin Olympisch Match! Dabei traten sie mit einem ausserordentlichen Handicap an, denn Bernhard Wingenfeld musste mit einem gebrochenen Mittelhandknochen schiessen.

1969 - Ehrenmitglied Bernd Klingner

Im März 1969 stand der Olympiasieger von Mexico, Bernd Klingner im Mittelpunkt eines Abends in den Dissener Festsälen. Er berichtete von den olympischen Spielen, "wie es nicht in der Zeitung stand". Höhepunkt dieser Stunden war die Ernennung Klingners zum Ehrenmitglied der SSG Röwekamp und die Überreichung des goldenen Siegelrings der SSG durch Werner Meyer zu Erpen. Auch Hans Lindhorst wurde dieser Ehrenring verliehen.

.. und hier fehlt ein Foto von Bernd und / oder Hans Lindhorst .. - .. wer kann helfen?

1970 bis 1979 - die Folgejahre

In den Folgejahren kam es zu Titelhäufungen bei Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften und im Oktober 1970 zu einem Freundschaftsvergleich mit Hollands Nationalmannschaft. Je eine Junioren- und Schützenmannschaft Luftgewehr hatte sich auf Einladung der "Koninklyke Nederlands Schutters Associatie" in die kleine Stadt Groenlo begeben. Hier hatte die KNSA iher Spitzenschützen zusammengezogen und sich die SSG Röwekamp als Wettkampfpartner ausgesucht. Nach dem Wettkampf machten die Holländer grosse Augen, als sich die "Röwekämper" in beiden Klassen als überlegen erwiesen.

In diesen Jahren hatte die SSG Magnetwirkung, denn aus dem Umkreis von bis zu 100 km meldeten sich Spitzenschützen, um an den Erfolgen der Mannschaften teilzuhaben.

Genannt seien hier Meinhard Rudel, Rainer Bruns und Guntram Junge.

ab 1980 - neue Sterne

In den Jahren ab 1980 gingen neue Sterne auf: Britta Lechte, ihre Schwester Sandra und Oliver Lieske (SSG Bad Rothenfelde), erwiesen sich als wahrer Glücksgriff, zu dem auch der Glandorfer Dirk Kunstleve zu rechnen ist.
In München-Hochbrück, bei den deutschen Titelkämpfen, wurden zweite und dritte Plätze im LG-Dreistellungskampf belegt. Erfolge darüber hinaus waren auch im DSB-Pokal zu verzeichnen, wo im Endkampf ein sibenter und ein achter Platz gebucht wurden.
Im 30er Fernwettkampf des DSB sprang im Jahr 1979 sogar ein vierter Rang heraus (von 100 teilnehmenden Vereinen). Und erfolgreich wurde auch in der damaligen 2. Bundesliga gestartet.

Im Jahr 1985 traf die SSG ein schwerer Schicksalsschlag: nur 67jährig verstarb unerwartet Werner Meyer zu Erpen. Er war der Motor und Vater der SSG gewesen.

Helmut Dewert aus Dissen übernahm das Amt des Vorsitzenden. Seine Nachfolge trat Ulrich Bunselmeyer (Erpen-Timmern) an. Er hat es mit einem aktiven Vorstand verstanden, die finanziell nie "auf Rosen" gebettete SSG in ruhigem Fahrwasser zu halten.

 

1999 - Pistolenschützen

Zu Beginn des Wettkampfjahres 1999 entschieden sich die aktiven Pistolenschützen des Schützenkreises Iburg dazu, für die SSG Röwekamp zu starten. Diese Aktiven hatten bisher ihre Heimat in der angeschlossenen SSG Bad Rothenfelde. - Durch eine sehr gute Jugendarbeit bei den Pistolenschützen stellten sich auch wieder einige Erfolge auf Landes- und Bundesebene ein.

Im Wettkampfjahr 2001 stieg die Ligamannschaft Luftgewehr in die Landesliga auf und nach einem Jahr wieder ab.

 

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